| Aktuell | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Die Theologie des Schnupftabaks
Der Schnupftabak ist das Beste Schutzmittel gegen die 7 Hauptsünden: Hoffentlich bringen wir die 7 Hauptsünden noch zusammen!!! 1. Hochmut: 2. Neid: 3. Geiz: 4. Unkeuschheit: 5. Zorn: 6. Trägheit: 7. Unmäßigkeit: |
||||||||||||
| Artikel aus dem Magazin Stocks vom 13.07.2001 Es wird wieder geschnupft!Von den Glimmstängeln wurde der Schnupftabak lange Zeit fast ganz verdrängt. Jetzt erlebt der Snuff landauf und landab ein veritables Comeback.Von Ulrich Aeschlimann
Umso weniger, als rund um die Schnupftabäkler Passivraucher
nicht um ihre Gesundheit fürchten müssen. Zudem enthält
Schnupftabak zwar ebenfalls gesundheitsschädliches Nikotin, dafür
aber wenigstens keine Krebs erregenden Teerstoffe.
Die Geselligkeit kommt nicht zuletzt in den Sprüchen zum Ausdruck,
welche die Schnupfer vor dem "Einziehen", gemeinsam sprechen.
Ihr (mehr oder weniger kreativer und origineller) Inhalt zeige, dass
das Schupfen derzeit noch vorwiegend eine Männerdomäne ist.
Es gebe aber, räumt Fritsche ein, "doch auch immer mehr
Frauen, die gerne mal eine Prise hinaufziehen". |
||||||||||||
| Artikel aus der Handelszeitung vom 17.01.2001
Mit Schnupfen gegen HustenTABAK Die einen schwören auf seine
heilende Wirkung, den anderen ist er Genuss pur: Der gute alte Schnupftabak
feiert ein Revival. FLAVIAN CAJACOB Viel hatte Christopher Kolumbus auf seinen Reisen um die Welt schon
gesehen, doch dies liess ihm den Atem stocken. Mit langen Blasrohren
wurden er und seine Mannen von den Eingeborenen empfangen, als sie 1492
ihre Füsse auf den weissen Strand der Bahamas setzten. Doch statt Pfeilen
schoss den Eroberem ein dunkles, feingemahlenes Pulver entgegen, das
die Nasenflügel heftig zum Beben brachte und bei manch einem zu tränenden
Augen führte. Schnupftabak, das kannte der Entdecker vom anderen Ende
der Welt noch nicht. GEGEN SCHNUPFEN UND KOPFSCHMERZEN Heute verzichtet die weltweite Gemeinde der Schnuptler bei ihrem Genuss mehrheitlich auf martialische Hilfsmittel wie das bahamaische Blasrohr. Nach wie vor äusserst geschätzt indes wird die Wirkung, die vom gemahlenen Tabak ausgeht. «Schnupftabak macht die Atemwege frei und beugt Erkältungen vor», weist Sophie Käslin, ihres Zeichens Präsidentin des Schweizerischen Schnupfverbandes, auf die positiven Begleiterscheinungen ihres jahrelangen PriseIns hin. Sowieso, seit sie regelmässig schnupfe- kenne sie Kopfschmerzen nur mehr vom Hörensagen. Das Geheimnis jedoch, darauf will Käslinhingewiesen wissen, liege in der Dosis, die da auf einmaleingesogen werde. Nicht zu wenig, auf jeden Fall nicht zu viel. «Ideal ist ein Häufchen von der Grösse eines Gufenknopfes. Daran riecht man zuerst und atmet dann ganz sachte ein, nicht brachial und in einer Hundertstelsekunde, wie viele meinen.» So praktiziert könne das gesundheitliche Risiko auf ein Minimum heruntergeschraubt werden, glaubt die Schweizer Schnupferobfrau. IMMER MEHR JUNGE KONSUMENTINNEN Anders als Zigaretten enthält Schnupftabak keinen Teer. Ganz ungefährlich jedoch ist auch das Schnupfen nicht. Der nikotinhaltige Tabak kann bei regelmässigem Konsum zur Abhängigkeit führen. Allzu grosse Prisen reizen zudem die Nasenschleimhaut über Mass und können zu Nasenkatarrh führen oder die Nasenscheidewand gar ganz perforieren. «Schnupftabak ist ein Genuss- und so- mit auch ein potenzielles Suchtmittel, dessen muss man sich bewusst sein», sagt , auch Thomas Fritsche, Inhaber der Breeze GmbH im zürcherischen Eigg. Trotzdem schätzt der Schnupf-Importeur die Gefahr, die vom nasenjuckenden Pulver ausgeht, als sehr gering ein, Weit gewichtiger wiegt für ihn der gesellschaftliche Faktor, der mit einer Prise verbunden ist. «Schnupfen ist klar ein Gruppenerlebnis», weiss Fritsche aus eigener Erfahrung, «eine Tradition, die vor allem unter Piloten und Fallschirmspringern verbreitet ist.» Mehr und mehr finden heutzutage aber auch breitere Bevölkerungskreise zum rituellen Schnupfen. Ein «Snuff» ist chic und hebt die Laune. Den «leichten Flash», wie es Fritsche ausdrückt, schätzt Opa inzwischen genauso wie die Szene der Snowboarder und Skater. Und: Ein Drittel der Schnupftabakkonsumenten sind mittlerweile -konsumentinnen.Wie aber kann der Laie schlechten Schnupftabak von gutem unterscheiden? «Der Schnupf muss fein und frisch sein, nicht trocken, denn sonst beisst er in der Nase», verrät Käslin. Blutigen Anfängern liefert sie gleich noch einen guten Rat: «Die Prise wird immer auf der linken, der Herzhand angerichtet. Wer die rechte Hand nimmt, entlarvt sich als Banause.» Wer hingegen «putzt und gschtigelt» dastehen will, der oder die setzt gleich zu einem mehr oder weniger gelungenen Schnupfspruch an. Wies die alten Eidgenossen schon taten (entsprechende Vorlagen gibts zum Beispiel unter www.schnupfspruch.ch). .@Weitere Informationen unter:
|
||||||||||||
Artikel aus dem Tages-Anzeiger vom 8.4.00Schnupfen ist salonfähig gewordenVon Napoleon im Übermass genossen und von unseren Grossvätern heimlich gepflegt - der Snuff erlebt sein Revival. Von Hansjörg Egger Gierig saugen die Nasenflügel den Tabak an. Der olfaktorische Reiz erfasst die Schleimhäute, steigt in die Kiefer- und Stirnhöhlen hinauf, aktiviert das zentrale Nervensystem und entfacht im Kopf einen Coup de foudre, der das euphorische Gefühl in den Hinterkopf und allmählich den Nacken hinunter bis ins Rückenmark eindringen lässt. Feuer breitet sich in den Nasenhöhlen aus, Wasser schiesst in die Augen, eh der Snuffer - je nach Ladung - von einem leichten bis stärkeren angenehmen Taumel übermannt wird. "Von 16 bis 80"Man legt sich auf der Herzhand zwei Portionen zurecht und zieht die Prise mit einem gemeinsamen Toast auf das Schnupfen, das Leben und alles, was uns Spass macht, in die Nasenlöcher. Was schon vor Jahren in der Fallschirmspringerszene und unter Militärpiloten weit verbreitet war, hat nun auch Jugendliche auf ihrer ständigen Suche nach einem neuen ultimativen Kick erfasst. Was die Grossväter gern und oft im Ohrensessel in die Nasen zogen - es durfte auch mal ein fein gemahlener Zigarrenstummel sein - ist wieder salonfähig geworden und saust heute durch die Riechorgane ihrer boardenden und skatenden Enkelkinder. Das kann Kioskfrau Maria Gerussi in Uster bestätigen, bei der die Nachfrage nach Schnupftabak in letzter Zeit ständig gestiegen ist: "Meine Kundschaft reicht jetzt von 16 bis 80." Davon sind mindestens ein Drittel Frauen. Ihre älteste Kundin ist achtzig. Gerussi: "Vielleicht sieht sie deshalb noch so blendend aus, weil sie sich täglich ein Glas Rotwein und einen Schnupf genehmigt", sagt die Kioskfrau, die auch selber gern mal eine Prise nimmt, speziell, wenn bei ihr ein Schnupfen im Anmarsch ist. McChrystals, Sturco, President, Jip, Ozona, Red Bull, Gletscher- oder Löwenprise heissen die verführerischen Muntermacher, und sie kommen in eleganter Tin (Metallbüchse) oder praktischem Portionendöschen daher. Versetzt mit ätherischen Ingredienzen und Aromen, von Minze, Pfirsich bis Himbeere, ist der nikotinhaltige Tabaksnuff nicht zu verwechseln mit den in Bayern sehr verbreiteten Schnupfpulvern der Marke Schmalzerlfranzl oder Edelweiss oder gar mit Niespulver. Nicht ungefährlichEinst wurde der Snuff von Ärzten und Naturheilern gegen Schnupfen, Husten, Schlaflosigkeit und andere Gebresten verschrieben, heute raten Mediziner zur Zurückhaltung. Über die gesundheitlichen Risiken ist wenig bekannt; eine der wenigen näheren Untersuchungen ist vor Jahren an der Universität von Zimbabwe gemacht worden. Einer, der besonders häufig in schnupferprobte (Piloten-)Nasenlöcher schaut, ist der Dübendorfer Kurt Hauser vom Fliegerärztlichen Institut. "Alles eine Frage der Dosis", meint der erfahrene Flugmediziner. Wer seine Nasenschleimhaut nur hie und da mit einem Schnupf reize, könne das gesundheitliche Risiko in vertretbaren Grenzen halten. Süchtige Snuffer riskierten dagegen eine chronische Rhinitis und im schlimmsten Fall sogar Löcher in der Nasenscheidewand. Und Hauser warnt: Der regelmässige Konsum des nikotinhaltigen Tabaks führt auch beim Schnupfen zur Abhängigkeit. Bis ins 19. Jahrhundert übertraf die Herstellung von Snuff die Produktion von kau- und rauchbarem Tabak. Die ersten Breezer waren die amerikanischen Ureinwohner. Noch bevor sie den Tabak in die Friedenspfeifen stopften, kauten und schnupften sie die zerriebene aromatische Kulturpflanze. Kein Geringerer als Christoph Kolumbus soll das mysteriöse Pulver dort entdeckt und nach Europa gebracht haben, wo es an den spanischen und französischen Höfen konsumiert und auf den Schiffen den Matrosen als Heuer angeboten wurde. Dann fand der Snuff den Weg nach England, wo seither nach streng gehütetem Rezept über Generationen die besten Snuffs gemixt werden. Auf der britischen Insel wurden sie vor allem bei der Aristokratie zur Passion. Eine der eifrigsten Schnupferinnen war die Gemahlin George III., Königin Charlotte, die im Volk bald nur noch Snuffy Charlotte genannt wurde. Berühmte Breezer waren auch der englische Naturforscher Charles Darwin, die Kriegsherren Admiral Nelson und Napoleon, die dem braunen Pulver in besonderem Masse zugesprochen haben sollen, oder in neuerer Zeit der deutsche Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt. Raues UmfeldAber auch in der Schweiz fand der Schnupf schon früh seine Freunde - ebenfalls in einem martialischen Umfeld. Nämlich bei den alten Eidgenossen, wie ein alter Schnupfspruch belegt, den man bei einem Obwaldner Krieger gefunden hatte. Eingenäht in einem Schweinebauch stand auf dem Zettel: D Händ
zäme, s flieht e känä. Uusrichte, ufezieh, ned go chotze,
durebürschte, d Geischter protze. Usenand, Abschied nää.
Ned für lang, dä nächschti nää. |
||||||||||||